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Prävention beginnt mit Zuhören – Orientierung und Begleitung in digitalen Lebenswelten

Die digitale Welt gehört ganz selbstverständlich zum Alltag vieler Kinder. Sie spielen online, chatten mit Freundinnen und Freunden, schauen Videos und entdecken immer wieder Neues – inzwischen auch Themen wie Künstliche Intelligenz. Doch neben all den spannenden Möglichkeiten stoßen sie auch auf Inhalte und Kontakte, die sie verunsichern, überfordern oder Angst machen können. Genau hier setzt die Präventionsarbeit von femina vita, Mädchenhaus Herford e. V. an.

Im Jahr 2025 waren wir in verschiedenen Grundschulen im Kreis Herford zu Gast und kamen mit Kindern im Alter von neun bis elf Jahren über ihre digitale Lebenswelt ins Gespräch. Gemeinsam sprachen wir darüber, welche Informationen privat bleiben sollten, woran man merkwürdige Kontakte erkennen kann und was Kinder tun können, wenn sie online etwas erleben, das sich „nicht gut“ anfühlt.

Viele Kinder berichteten, dass sie im Umgang mit Smartphone, Tablet und Spielekonsole große Freiheiten genießen und es zu Hause nur wenige oder gar keine Regeln zur Mediennutzung gibt. Gleichzeitig bewegen sie sich häufig unbegleitet im Internet, obwohl sie viele Risiken und mögliche Gefahren noch nicht sicher einschätzen können. Freundliche Nachrichten, Komplimente oder kleine Versprechen wirken schnell vertrauenswürdig. Deshalb stärken wir Kinder darin, auf ihr Bauchgefühl zu hören, Grenzen wahrzunehmen und sich bei einem „komischen Gefühl“ Unterstützung zu holen.

Die vielen Gespräche und Wortbeiträge zeigen, wie groß das Bedürfnis der Kinder ist, über ihre Lieblings-Spiele und -Apps sowie über ihre Online-Erlebnisse zu sprechen. Sie erzählen von seltsamen und beleidigenden Nachrichten, Kettenbriefen oder unangenehmen Begegnungen in Chaträumen. In unseren Präventionsveranstaltungen erleben sie, dass wir ihre Fragen ernst nehmen und dass sie offen über ihre Sorgen sprechen dürfen.

Unsere wichtigste Botschaft lautet: Du bist nicht allein. Wenn dir online etwas Angst macht oder sich nicht richtig anfühlt, darfst du dir jederzeit Hilfe holen. Es ist mutig, darüber zu sprechen. Prävention bedeutet für uns, Kinder frühzeitig zu stärken, ihnen Orientierung zu geben und sie darin zu unterstützen, digitale Räume selbstbewusst, informiert und sicher zu entdecken.

Gewalt gegen Mädchen und Frauen nimmt weiter zu

UN Women Deutschland fordert schnelle Maßnahmen

Bonn, 21.11.2025. 132 Frauen wurden 2024 durch ihren (Ex-) Partner getötet. Weniger als alle vier Minuten erlebte eine Frau partnerschaftliche Gewalt. Zur Anzeige gebrachte frauenfeindliche Straftaten nahmen um 73 Prozent zu. UN Women Deutschland fordert eine umfassende politische Gesamtstrategie und Gleichstellung auf allen Ebenen.

https://us3.campaign-archive.com/?u=968e58fc0b57757487cbe1dca&id=9aae877bd1

Bildquelle: UN-Women Deutschland

Stopp Gewalt gegen Mädchen und Frauen

 #16Days vom 25. November bis 10. Dezember

Die UN-Kampagne „Orange the World“ macht seit 1991 auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam: vom Internationalen Tag zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen am 25. November bis zum 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte. Sie ist seit 2008 Teil der „UNiTE to End Violence against Women“Kampagne des UN-Generalsekretärs, die von UN Women durchgeführt wird.

Neue Psychosoziale Prozessbegleiterin

femina vita, Mädchenhaus Herford e.V. verstärkt mit einer weiteren Kollegin die Psychosoziale Prozessbegleitung. Neben der erfahrenen Sylvia Neldner darf seit März 2024 nun auch Franziska Kolmar Mädchen und junge Frauen, die Opfer von Gewalt- oder Sexualstraftaten geworden sind, vor Gericht begleiten. Beide Kolleginnen sind zertifiziert und werden vom Gericht auf Antrag offiziell beigeordnet, um die Betroffenen bei einem Gerichtsprozess zu begleiten.

Franziska Kolmar und Sylvia Neldner sind Psychosoziale Prozessbegleiterinnen bei femina vita
Franziska Kolmar und Sylvia Neldner (v.l.n.r.)

Was ist Psychosoziale Prozessbegleitung? Die Psychosoziale Prozessbegleiterin informiert ausführlich über den Ablauf eines Ermittlungs- und Strafverfahrens. Sie spricht mit den Betroffenen über Ängste und Befürchtungen. Das beinhaltet auch das Kennenlernen des Gerichtssaals und der/des vorsitzenden Richterin oder Richter. Sie begleitet die Betroffene während der gesamten Gerichtsverhandlung und sitzt bei der Aussage stärkend neben ihr. Die Psychosoziale Prozessbegleitung ist kostenlos. Sie ersetzt keine (Rechts-) Beratung und Therapie.

Franziska Kolmar ist seit Januar 2023 bei femina vita, Mädchenhaus Herford e.V. in der Beratung und Prävention tätig. Im September 2023 begann sie die zertifizierte Weiterbildung. „Besonders gut hat mir die praxisnahe Wissensvermittlung gefallen“, so Franziska Kolmar. Sylvia Neldner freut sich, dass sie seit dem 9. März nun Verstärkung für die Begleitung der Mädchen und jungen Frauen hat. „In den letzten Jahren sind die Anfragen an Psychosoziale Prozessbegleitung stark gestiegen, auch wegen dem größeren Bewusstsein in der Öffentlichkeit. Es werden zunehmend innerfamiliäre oder Beziehungstaten angezeigt“, reflektiert Sylvia Neldner. Die Weiterbildung von Franziska Kolmar konnte durch die Unterstützung der Schutzengel e.V. finanziert werden.

Im Kreis Herford können Betroffene in folgenden Beratungsstellen Psychosoziale Prozessbegleitung in Anspruch nehmen:

  • Mädchen und junge Frauen bis 27 Jahren bei femina vita, Mädchenhaus Herford e.V.
  • volljährige Frauen bei der Frauenberatungsstelle Herford e.V. & Notruf
  • Kinder und Jugendliche bei der Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder

Mein Wunsch für Mädchen

Am 11. Oktober 2023 feiern wir den Welt-Mädchentag. An diesem Tag finden viele Aktionen und Kampagnen statt, um auf die nach wie vor weltweit vorhandene Benachteiligung von Mädchen aufmerksam zu machen. femina vita beteiligt sich an der Aktion der LAG autonome Mädchenhäuser/ feministische Mädchenarbeit NRW e.V., bei der ab sofort Postkarten im öffentlichen Raum verteilt und Statements zu der Frage „Was wünsche ich mir für Mädchen?“ gesammelt werden. Die Statements werden dann in der Woche ab dem 11. Oktober 2023 auf den instagram-Accounts der Mädchenhäuser NRW veröffentlicht:

Auch ohne Postkarte können uns gerne Antworten und Statements zu der Frage per Mail zugeschickt werden: mail@feminavita.de

Wir freuen uns auf eure Einsendungen! Gerne mit Foto der Postkarte an einem bestimmten Ort, mit deinen Händen, mit Blumen…